Dieter Nohlen wurde 1939 in Oberhausen/Rheinland geboren. Er studierte Politische
Wissenschaft, Geschichte und Romanistik an den Universitäten Köln,
Montpellier und Heidelberg.
In Heidelberg promovierte er 1967 bei Dolf Sternberger und Werner Conze mit
einer Arbeit über den spanischen Parlamentarismus im 19. Jahrhundert.
Nach einem zweijährigen Lateinamerika-Aufenthalt als Repräsentant
der Konrad-Adenauer-Stiftung
in Chile 1970–1973 habilitierte er sich 1973 an der Universität
Tübingen mit der Schrift „Chile – Das sozialistische
Experiment“. Seit 1974 ist Nohlen Professor für Politische Wissenschaft
an der Universität Heidelberg. Er war Direktor des Instituts
für Politische Wissenschaft 1978–1979 und Dekan der Philosophisch-Historischen
Fakultät der Universität Heidelberg 1990–1992. Einen 1989
an ihn ergangenen Ruf an die Universität Tübingen lehnte er ab. Seit 2005 ist Nohlen im Ruhestand.
Nohlens wissenschaftliche Arbeit wurde 1991 mit der Verleihung des Max-Planck Forschungspreises für seine wissenschaftliche Zusamenarbeit mit dem Interamerikanischen Institut für Menschenrechte mit Sitz in Costa Rica gewürdigt. 1995 wurde ihm der Sonderpreis „Das politische Buch“ der Friedrich-Ebert-Stiftung für das achtbändige Handbuch der Dritten Welt zuerkannt, das er zusammen mit Franz Nuscheler von der Universität Duisburg herausgibt (3. Aufl. 1992–1995). 2000 erhielt er den Augsburger Universitätspreis für Spanien- und Lateinamerikastudien, verliehen von der Universität Augsburg und der Albert-Leimer-Stiftung.
Im gleichen Jahr wurde das von ihm zusammen mit seinen Mitarbeitern Michael Krennerich und Bernhard Thibaut herausgegebene Werk Elections in Africa vom US-amerikanischen Library Journal Choice zum „Outstanding Academic Book of the Year“ gewählt. Für seine Verdienste um die Gründung des Heidelberg Centers für Lateinamerika in Santiago de Chile verlieh ihm die Universität Heidelberg 2005 die Universitätsmedaille.
Nohlen hat eine Vielzahl von Forschungsvorhaben durchgeführt, deren
thematische Schwerpunkte zu Lateinamerika, Wahlen und Parteien, Demokratieentwicklung,
Sozialpolitik und Außenpolitik waren. Hervorzuheben ist seine intensive
Zusammenarbeit mit lateinamerikanischen Sozialwissenschaftlern, die eine große
Ausstrahlung der Heidelberger Lateinamerikaforschung auf die Region selbst
mit sich brachte. Nohlen hat im letzten Jahrzehnt etliche Schriften in Lateinamerika
publiziert, die dort Marksteine in Fragen der Institutionenreform, vor allem
des Präsidentialismus und des Wahlrechts setzten.